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Das Großherzogtum Luxemburg bewaffnete in den 1880er Jahren seine Gendarmen mit einem außergewöhnlichen Revolver mit Bajonett. Lesen Sie, wie selten die Waffen sind, wie Munition und Taschen beschaffen sind und was es mit der Offiziersausführung auf sich hat.

Von Mathis Marx

Durch Gesetz vom 16. Februar 1881 wurden die Streitkräfte des Großherzogtums Luxemburg neu organisiert. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Die Bewaffnete Macht bestand fortan aus einer Gendarmen-Kompanie und einer Freiwilligen-Kompanie. Ein königlich-großherzoglicher Beschluß vom 2. März 1881 enthielt die Ausführungsbestimmungen. Dieses „Königlich-Großherzogliche Gendarmen- und Freiwilligenkorps“ sollte bei der Einführung 125 Gendarmen, die Freiwilligen-Kompanie 140 bis 170 Unteroffiziere und Mannschaften haben und unter dem Befehl eines Major-Kommandanten stehen.

Antaris-astra-firearms-book-buch-competotrs-pistolen-revolver-baskenlandAntaris, Leonardo M.: Astra Firearms and Selected Competitors. Format: 23,5 cm × 29,5 cm. 816 Seiten, zahlreiche farbige und schwarz-weiße Abbildungen. Davenport 2009. ISBN 0-9620767-2-4. Preis: 139 Euro.

Leonardo M. Antaris hat ein neues, umfangreiches Buch über Pistolen und Revolver des ehemaligen spanischen Waffenherstellers Astra herausgebracht. Das voluminöse Werk behandelt die einzelnen Waffenmodelle in Text und Bild. Wenig bekannte Modelle wie die Astra-Revolver und -Flinten erhalten ebenso Raum wie ausgewählte zeigtgenössische Parallelentwicklungen im Kurzwaffenbereich.

Antaris reißt dankenswerterweise nicht einfach Firmengeschichte und Produktpalette herunter, sondern arbeitet heraus, gegen welche Konkurrenten Astra auf dem Markt bestehen mußte. Das amcht die Arbeit besonders interessant. Dabei behandelt er die spanischen Konkurrenten ebenso ausführlich wie die Mauser-Pistole C 96, die von Astra mit den Modellen der 900er-Familie kopiert wurde.

Das Unternehmen Astra stellte 1998 die Produktion ein. Antaris hat bereits 1988 das Buch "Astra Automatic Pistols" verfaßt. Er hielt Verbindung zu den ehemaligen Entscheidungsträgern des Unternehmens. Die 2002 verkaufte Werkssammlung konnte er ausgiebig untersuchen und photographieren. Bereits das 1988 erschienen Buch wurde als abschließende Abhandlung gesehen. Das vorliegende Buch ersetzt es.

Antaris ist Fachmann für spanische Kurzwaffen. Neben Astra befaßt er sich auch mit den Waffen des Herstellers Star.

Die Marke Astra wurde inzwischen aufgekauft und wird seit 2008 für die Vermarktung von AR-15-Abkömmlingen und 1911A1-Pistolen aus schweizerischer Fertigung genutzt.   eh

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Paul von Mauser zog in seinem langen Berufsleben an der Spitze der Waffenfabrik Mauser eine ganze Reihe wichtiger Aufträge an Land. In seinem Archiv haben wir Briefe gefunden, die einen der wichtigsten Verträge zeigen. Lesen sie, warum die große Mauser-Pistole C 96 dann doch nicht an Mexiko geliefert wurde.

Von Mauro Baudino und Gerben van Vlimmeren

Einige der Verträge, die Paul von Mauser für seine Waffenfabrik akquirierte, wurden nicht erfüllt. In den meisten Fällen lag das an turbulenten innenpolitischen Lagen in den Bestimmungsländern. Einer der interessantesten Fälle ist der Mexiko-Kontrakt.

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Die meisten spanischen Waffenschmiede ahmten ganz bewußt gebrauchstüchtige und bekannte Waffen aus anderen Ländern nach. Sie kopierten Entwürfe von Browning, Mauser und Walther. Die vorgestellte Waffe baut auf einem Vorbild von Ferdinand Mannlicher auf, wobei die spanischen Konstrukteure sie vereinfachten und eigene Ideen einbrachten.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Im Jahre 1905 hatte Bonifacio Echeverría Orbea sich mit seinem Vater José Cruz zusammengetan, um eine Firma zu gründen. Beide stammten aus einer alten baskischen Büchsenmacherfamilie. Was lag näher, als in der berühmten Waffenstadt Eibar Feuerwaffen herzustellen. Die neu gegründete Firma ließ sich den Markennamen „Star“ durch Eintrag ins Amtsblatt schützen. Als der Vater ein Jahr später verstarb, trat sein weiterer Sohn, Julián Echeverría Orbea, in das Unternehmen ein. Darauf wurde die Firma in Bonifacio y Julián Echeverría umbenannt. Schon 1910 verließ Bonifacio den Betrieb. Der enge Kontakt zwischen den Brüdern blieb allerdings erhalten, obwohl der Name Julián wieder aus dem Firmennamen verschwand. Vorher hatte Julián ab 1900 als Techniker und Konstrukteur bei dem baskischen Waffenunternehmen Garate, Anitua y Cia. gearbeitet. Dort war er auf die La Lira gestoßen, eine Pistole, die aus dem Spanischen übersetzt Leier bedeutet. Diese war eine eindeutige Kopie der Mannlicher M 1901 aus dem Hause der ŒWG/Steyr.

 

RWM 09_628Frankreich nahm es 1945 nicht so genau mit dem alliierten Kriegsziel, die deutsche Rüstungsindustrie zu zerstören. Zu verlockend  waren die Kapazitäten von Mauser in Oberndorf. Dort lief die Fertigung von Waffen – darunter der Pistole 38 – bis Mitte 1946 weiter. Die Sowjets setzten dann im alliierten Kontrollrat die Sprengung der Mauser-Werke durch. Die Pistolen 38 nutzte Frankreich beispielsweise im Indochina-Krieg.

Von Mauro Baudino und Gerben van Vlimmeren

Mauser konnte zwar für sich beanspruchen, mit der C96 die erste erfolgreiche Selbstladepistole gebaut zu haben. Ein großer Teil des Ruhms der Firma ist aber auf Konstruktionen begründet, die ab 1930 entstanden. So kam beispielsweise die Fertigung der Parabellum-Pistole P. 08 von DWM Berlin zu Mauser nach Oberndorf. Deren Fertigung endete allerdings 1942 und wurde erst im Mai 1945 wieder aufgenommen, als die Franzosen Oberndorf und das Mauser-Werk besetzt hatten. In der Zwischenzeit hatte Mauser die Walther-Konstruktion P. 38 gebaut, die die P. 08 abgelöst hatte. Den Franzosen war sofort klar, welche großen Kapazitäten ihnen das besetzte Mauser-Werk bot. Es erlaubte ihnen, erneut mit der Fertigung von Pistolen P. 08, P. 38, des Modells HSC und von Karabinern und Maschinenwaffen zu beginnen.

RWM 08 558Im Ersten Weltkrieg mußte das Deutsche Reich enorme Waffenverluste ausgleichen. Die Heeresverwaltungen der Bundesstaaten griffen dabei auch auf Pistolen aus belgischer Fertigung zurück.

Von Reinhard Saal und Dr. Elmar Heinz

Das Bayerische Kriegsarchiv München verwahrt unter anderem Material, das auf die Nutzung von belgischen Pistolen in den Kalibern 6,35 mm Br. und 7,65 mm Br. durch deutsche Kontingente im Ersten Weltkrieg hinweist. Das ist für Sammler interessant, da hierdurch nachgewiesen wird, welche Modelle aus welcher Quelle verwendet wurden.

Am 22. August schrieb die Gewehrfabrik Amberg an die königliche Feldzeugmeisterei, daß der Bedarf an Pistolen 08 (500 Stück) nicht gedeckt werden könne, da weder von der Gewehrfabrik Erfurt noch von den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) Berlin Lieferungen eingegangen seien. „Insbesondere im Hinblick auf die Eigenart der feindlichen Bevölkerung muß aber die Versorgung [...] mit entsprechenden Faustfeuerwaffen mit allen Mitteln angestrebt werden. ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 08 ab Seite 558. 

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Im RWM-Kiosk finden Sie auch das Inhaltsverzeichnis und die Leseprobe, die Ihnen einen ersten Eindruck dieser Ausgabe vermittelt.

Daß die Waffenfabrik Mauser Pistolen nach Persien lieferte, ist bekannt. Recherchen im Mauser-Archiv ersetzen einige Annahmen durch belegbare Tatsachen.

Von Mauro Baudino und Gerben van Vlimmeren

Die auch als „C 96“ bekannte lange Mauser-Pistole ist nach wie vor eine der faszinierendsten Kurzwaffen überhaupt. Ihren Platz in der Geschichte verdankt sie der Tatsache, daß sie die erste für den Militärgebrauch nutzbare Selbstladepistole war. Auch wenn sehr viele Waffen dieses Modells gebaut wurden, ist ein Teil ihrer Geschichte noch rätselhaft.

Verschiedene Autoren schrieben über die Pistole und ihre Geschichte, wobei sich manchmal Fakten und Fiktion vermengten. Der Gedanke, die Pistole sei ohne die Beteiligung Paul von Mausers entwickelt worden, ist anhand der Akten widerlegt. ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 07 ab Seite 486.

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China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.
Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.

So archaisch sie auf den ersten Blick scheinen mögen, sind Nagant-Revolver ein Stück „Hightec“ ihrer Zeit. Neben der Technik und der Geschichte dieser Waffe sind auch die Preise für Einsteiger interessant – damit sind „Naganten“ für historische wie für Systemsammler ein lohnendes Betätigungsfeld.

Von Dr. Elmar Heinz

Das kaiserlich russische Heer führte im Mai 1895 einen neuen Revolver im Drei-Linien-Kaliber (7,62 mm) ein. Er hatte das gleiche Laufprofil wie das Drei-Linien-Gewehr M. 91, auch wurden die Revolverpatronen mit dem Gewehrpulver geladen. Die Waffe war damals recht modern. Sie verfügte über ein Rückspringschloß, mit sieben Schuß über eine hohe Kapazität und war
dabei leicht. Entworfen hatte den Revolver der Lütticher Konstrukteur Henri Joseph Vervier. In Rußland legte ihn dann die „Fabrique d‘Armes Nagant Frères“, ebenfalls aus Lüttich, vor.

Ein Konstruktionsmerkmal macht den Nagant bis
heute einzigartig ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 07 ab Seite 498.

 

 

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China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.
Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. ging im November 1918 in die Niederlande ins Exil. Eine Schwarzlose-Pistole Modell 1909 läßt sich durch Photos und Indizien dem Besitz des Kaisers zuordnen. Wir stellen die außergewöhliche Konstruktion und ihre Hersteller vor.

Von Friedrich Müller

Vor kurzem tauchte bei einer Sammlungsauflösung die hier vorgestellte Schwarzlose-Pistole Modell 1909 auf. Schon ein erster kurzer Blick auf diese Waffe zeigte, daß es sich hierbei um etwas ganz Besonderes handeln könnte: Die linke Griffschale trägt ein verschlungenes W mit „II„, was möglicherweise als Monogramm des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. aufgelöst werden kann. Nun läuten beim versierten Sammler in solchen Fällen sofort alle Alarmglocken, da in letzter Zeit leider in stark zunehmendem Maße Verfälschungen und Fälschungen auftauchen.

 

Das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) in Wien erwarb Ende Januar 2012 auf einer Auktion eine Pistole System Pieper, die der österreichische und ungarische Thronfolger Franz Ferdinand von der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft (ŒWG) erhalten hatte.

Die Pistole Modell 1909 im Kaliber 6,35 mm Br. trägt die Fertigungsnummer 33657 A. Sie ist bereits in die Schausammlung des Heeresgeschichtlichen Museums integriert.