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Die Deutsche Wehrmacht mußte sich ab 1941 in der Sowjetunion massiv mit feindlichen Scharfschützen herumschlagen. Sie bildete dann selbst hervorragende Schützen hierzu aus. Karabiner 98 k mit Zielfernrohr hatte es zuvor kaum gegeben. Aus einem Exportgeschäft wurde eine bewährte ZF-Montage übernommen.

Von Dr. Albrecht Wacker

Der Zweite Weltkrieg brachte als erster teilmotorisierter Bewegungskrieg nicht nur viele technische Neuerungen hervor. Er war zugleich der erste Waffengang von Bedeutung, der medial konsequent begleitet und aufbereitet wurde. Spezielle Propagandakompanien folgten nicht nur der deutschen Truppe in den Einsatz. Sie versorgten die Heimat und militärische Stellen mit Bild- und Filminformationen. Die Bevölkerung sollte mit gezielt aufbereitetem Material zu Engagement und Durchhalten bewegt werden. Zu diesen gesteuerten Meldungen gehörten in besonderem Maße Berichte von Heldentaten einzelner Soldaten oder Truppenteile und solche über spezielle Waffen.

 

  

Daß der Mannlicher-Drehkopf des Musters 95 doch mit einer randlosen Patrone funktioniert, zeigt das jugoslawische Gewehr M95M. Die Unterschiede sind marginal, aber wirkungsvoll. Diese Mannlicher-Abart ist hierzulande relativ selten.

Von Branko Bogdanovic

Die Armee des 1918 neugegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS, ab 1929 Königreich Jugoslawien), nutzte 26 Gewehrmodelle in sechs verschiedenen Kalibern. Über Arsenale, die noch von der k.u.k. Armee stammten, lagen weitere erhebliche Mengen Waffen verstreut, die den Waffenstillstandsbedingungen zufolge zu diesem Zeitpunkt aber noch unter einem Embargo lagen. Die Regelungen des Versailler Friedens wurden ab Juli 1920 angewendet, nachdem die Alliierten auf der Konferenz in Spa den besiegten Mittelmächten ein Ultimatum aufdrückten. Die Armee des SHS-Staates erhielt 500 Eisenbahnwaggons voller Waffen und Kriegsgerät aus Österreich. Der Staat erhielt zudem rund 1500 Waggons voller Gewehre, die auf den Schlachtfeldern und bei der Zivilbevölkerung eingesammelt worden waren. So kamen rund 150 000 Mannlicher-Gewehre M. 88/90, M. 90, und M. 95 sowie 27 000 österreichische Mannlicher M. 90- und M. 95-Karabiner im Kaliber 8×50 R ins Land.

  

1938 ging die Republik Österreich im Deutschen Reich auf. 1945 erstand sie nach dem Willen der Siegermächte neu. Keine dieser Zäsuren beendete die Dienstzeit der Mannlicher-Gewehre und Stutzenkarabiner. Die einen konnten nicht auf sie verzichten, die anderen durften es nicht.

Von Rupert Reisinger

Der Ständestaat Österreich führte am 1. April 1936 die allgemeine Wehrpflicht ein. Neue Infanteriewaffen fehlten. Aus Polen, der Tschechoslowakei und Italien kaufte der Staat große Mengen Waffen vom Typ M. 95 an, die für Teile der Polizei und Gendarmerie auf die S-Patrone adaptiert wurden. Ebenso erhielt die Exekutive alle gekürzten M. 95 des Österreichischen Bundesheers. Sie mußte dafür wiederum ihre Stutzenkarabiner M. 95 an das Bundesheer abgeben. In welchen Dimensionen man damals in Österreich dachte, belegt die einmalige Bestellung von 30 000 neuen S-Läufen.

  

Größere Mengen Mannlicher M. 95 sind heute auf dem Sammlermarkt. Sie werden als „Karabiner M. 1895" angeboten. Ein Großteil dieser ausgesprochen führigen Waffen weist aber nicht das typisch kurze Karabinervisier auf, sondern das lange Visier des Infanteriegewehrs. Was steckt dahinter?

Von Gerhard Ortmeier M.A. & Rupert Reisinger

Die Stunde des Mannlicher M. 1895 schlug während des Ersten Weltkrieges. Noch 1914 waren die Heere Österreich-Ungarns hauptsächlich mit den Mannlicher-Gewehren M.1890, M.1886/90 und M.1888/90 ins Feld gezogen. Wegen der herben Verluste im ersten Kriegsjahr wurde das modernere Muster 1895 jedoch rasch zum wichtigsten Gewehr der Streitkräfte Habsburgs. Wie vorgenannte Modelle war das M. 95 eine richtungsweisende Konstruktion Ferdinand von Mannlichers. Das vergleichsweise leichte, ausgewogene Geradezug-Repetiergewehr war am 22. November 1896 von Kaiser Franz Joseph offiziell als neues Infanteriegewehr normiert worden. Seine flächendeckende Einführung zog sich jedoch hin.

  


Habsburgs Streitkräfte werden in ihrem letzten Ringen 1914-1918 unweigerlich mit dem Muster 95 in Verbindung gebracht. Auch wenn die Akten zu dessen Einführung schon lange vor dem Krieg weitgehend skartiert, also vernichtet woren sind, läßt sich diese recht genau nachvollziehen.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Während die Infanterie bereits die neuen Mannlicher-Gewehre M. 1886 und M 1888 erhielt, mußten die Kavallerie und andere Karabiner-Benutzer in Habsburgs Streitkräften zunächst noch mit dem einschüssigen, nicht mehr zeitgemäßen 11-mm-Karabiner Werndl M. 1873/77 vorlieb nehmen. Bereits bei der Erprobung des Musters 1888 wurden erste Versuche mit einem Repetier-Karabiner des Systems Mannlicher unternommen. Konstruktionsbedingt war dieser allerdings reichlich schwer. Das führte zur Ablehnung durch den k.u.k. General-Cavallerie-Inspektor. Schwächung des Laufes, Aushöhlung des Kolbens und Verwendung von leichterem Schaftholz führten nur zu einer unbedeutenden Gewichtsreduzierung von 3,5 auf 3,4 kg.

  


Zahlreiche Mauser-Gewehre aus Chile befinden sich auf dem Sammlermarkt. Zusätzlich hat nun die italienische Firma Euroarms zwei ganze Paletten von Mannlicher M. 1886 und M. 1888 aus dem Andenstaat eingeführt. Für die RWM-Depesche ist das ein guter Grund, sich mit Mannlichers Konstruktionen in chilenischen Diensten zu befassen.

Gerhard Ortmeier M.A.

Wie aus der RWM-Depesche 02 bekannt, galt Chiles Armee spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur in Lateinamerika als Träger des Fortschritts. Ihre Schlagkraft war gefürchtet. Zunächst hatte sich der Andenstaat an zwei Streitkräften orientiert, die weltweit Vorbildcharakter hatten: an der englischen Flotte und dem französischen Heer. Während die chilenische Flotte weiterhin an Britanniens Stolz ausgerichtet blieb, hatten Frankreichs Landstreitkräfte im französisch-deutschen Krieg 1870/71 (s. Schwerpunkt RWM 02) den Nimbus ihrer Unbesiegbarkeit verloren. Strahlender Stern am militärischen Himmel war nun international das preußisch-deutsche Heer.

  


Anfang der 1880er Jahre neigte sich die Zeit der Einzellader-Infanteriegewehre dem Ende zu. Eindeutig ging der Trend zu feuerstarken Mehrlade-Repetiergewehren, bald ausschließlich für relativ kleinkalibrige, rauchschwache Patronen. Schnell bestimmten zwei Namen international die Szene. Neben dem Deutschen Paul Mauser galt der österreichische Ingenieur Ferdinand Mannlicher als führender Kopf auf dem Gebiet der militärischen Repetiergewehre.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Ferdinand Mannlicher, der erst später zum Ritter von Mannlicher ernannt wurde, kam aus dem Eisenbahnwesen. Das war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Zukunftsbranchen, der Hort der Hochtechnologie und der innovativsten Konstrukteure, wie es heute die Luft- und Raumfahrtindustrie sind. 1876 wurde auf der Weltausstellung in Philadelphia Mannlichers Interesse an moderner Waffentechnik geweckt. Schon am 14. Februar 1878 reichte er seine erste Patentschrift für ein Mehrlade-Repetiergewehr ein. Im selben Jahr wurde er von der damals schon bekannten Oesterreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft (ŒWG) in Steyr angestellt. 1880 konstruierte Mannlicher fünf Mehrladegewehre mit unterschiedlichen Verschlußsystemen. Diese wiesen zeitgemäß Vorder- oder Hinterschaft-Röhrenmagazine oder auch recht sperrige Ansteckmagazine auf.

RWM-Depesche 02_138 kleinExport-Mauser im Angebot. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts dominierten Mauser-Gewehre den südamerikanischen Militärmarkt. Nun bieten die Firma Frankonia und auch kleinere Händler die Mauser- Gewehre M 1895 und M 1912 im bekannten Kaliber 7 mmx57 in erfreulichem Zustand und zu annehmbaren Preisen an. Mit Blick auf den Waffensammler und Ordonnanzwaffenschützen befaßt sich die RWM-Depesche mit diesen klassischen Waffenmodellen in chilenischen Diensten.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Chiles Militär war schon immer als äußerst innovativ und schlagkräftig bekannt. Nicht zuletzt die Lieferung des deutschen Panzers Leopard II an das südamerikanische Land zeigt dies. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen die chilenischen Streitkräfte in Lateinamerika Vorbildcharakter. Noch im siegreichen Salpeterkrieg von 1878 bis 1883 gegen Bolivien und Peru war das chilenische Heer hauptsächlich mit französischen Waffen bewaffnet gewesen. Als Gewehre dominierten Gras M 1874 und Kropatschek M 1878. Auch die Uniformierung war eindeutig französisch inspiriert. Doch der Erfolg des preußisch-deutschen Militärs im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bewegte ein Umdenken vom französischen Vorbild weg.

1885 kam der preußische Hauptmann Emil Körner Klenze nach Chile. ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 02 auf den Seiten 138 bis 139. 

Die RWM-Depesche 02 können Sie im RWM-Kiosk online durchblättern und bestellen.

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rwm-02-carcano-fuer-den-tenno-nippons-gewehr-typ-iCarcano – die ersten Gedanken kreisen bei diesem Wort um die Tatwaffe beim Kennedy-Mord und den Einsatz dieser Gewehre bei der italienischen Armee im Ersten und Zweiten Weltkrieg, schließlich um die Notbewaffnung des Deutschen Volkssturms 1944/45. Doch auch die japanischen Streitkräfte führten bereits 1939 Carcano-Waffen.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Wir schreiben den 7. Juli 1937. Ort: Marco-Polo-Brükke bei Peking. Eine Schießerei zwischen national-chinesischen und japanischen Truppen löst den (zweiten) Chinesisch-Japanischen Krieg aus, der schließlich 1941 in den Zweiten Weltkrieg mündet.

Die Forderung westlicher Staaten, voran die Vereinigten Staaten von Amerika, nach einer Nichteinmischung des Reiches der aufgehenden Sonne in China waren dasselbe, „wie einen Mann zu warnen, sich mit einer Frau einzulassen, wenn sie bereits von ihm schwanger ist". So hatte ein scharfsinniger Beobachter bereits ein Jahr zuvor angemerkt.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 02 auf den Seiten 132 bis 135. 

Die RWM-Depesche 02 können Sie im RWM-Kiosk online durchblättern und bestellen.

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rwm-01-repetiergewehr-buechse-repetierbuechse-england-grossbritannien-australien-smle-smelly-lithgowSo weltumspannend wie das britische Weltreich um 1918 war auch das Netz seiner Waffenschmieden. Für Australien fertigte die Waffenfabrik Lithgow in New South Wales ab 1912 „S.M.L.E.„-Gewehre. Wir stellen eines dieser Gewehre vor.

Von Dr. Elmar Heinz

November 1918: Die Waffen schwiegen im alten Europa. In den Folgemonaten verhandelten die Siegermächte des Ersten Weltkrieges (ohne die Vereinigten Staaten von Amerika) mit ihren Kriegsgegnern. Das waren die Nachfolgestaaten der Mittelmächte, die sich nicht auf die Seite der Sieger schlagen konnten.