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Fahren Sie ein Auto mit Airbag? Gratulation, der arbeitet mit Schwarzpulver. Mögen Sie schön geflammten Marmor? Der wird am besten mit Schwarzpulver aus dem Berg geschoben. Ebenso alltagstauglich ist Schwarzpulver auf dem Schießstand. Seine Herstellung erfordert hohe Genauigkeit.

Von Dr. Elmar Heinz

Die kurze Aufzählung zeigt, daß Schwarzpulver in vielen Bereichen des Alltags gegenwärtig ist. In Europa gibt es nur noch wenige Pulvermühlen. In Deutschland sind vor allem die Mühlen in Kunigunde (Wano), Aubonne (Schweiz) und Pardubitz (Explosia Pardubice, Ostböhmen) bekannt. Nicht alle Mühlen fertigen das gesamte Spektrum dessen, was heute noch von Industrie und Schießsport nachgefragt wird. Die Wano-Pulvermühle in Kunigunde ist Deutschlands letzte und zugleich Europas größte Pulvermühle. Sie zeigt eindrucksvoll, wie heute Schwarzpulver entsteht.

Modernes Schwarzpulver aus Kunigunde. Schwarzpulver ist ein mechanisches Gemenge aus Kaliumnitrat (Salpeter), Schwefel und Holzkohle. Die drei Stoffe führen Eigenschaften zusammen, die das explosionsfähige Gemisch ergeben. Kaliumnitrat ist der Sauerstoffträger. Schwefel erhöht die Entzündbarkeit, die Schlagempfindlichkeit und das Schwadenvolumen. Außerdem vermindert es die Bildung von Kohlenstoffmonoxid in Explosionsschwaden. Die Holzkohle dient als Kohlenstoffträger. Ihre Beschaffenheit hat wesentlichen Einfluß auf die Güte des Pulvers. Bestimmend ist der festen Kohlenstoffgehalt. Er sollte bei Treibladungsschwarzpulver zwischen 75 % und 82 % liegen.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 06 ab Seite 382

Die RWM-Depesche 06 können Sie im RWM-Kiosk bestellen.


China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.
Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.