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Wender sind Pistolen, bei denen zwei Läufe von einem Anzündmechanismus bedient werden. Eine ausgefallene selbstspannende Perkussionswendepistole stellen wir hier vor. Sie erfahren, wie der komplizierte Mechanismus funktioniert, wie schützensicher und praxistauglich der Wender ist.

Von Werner Boms

Schon bald nach dem Aufkommen der Handfeuerwaffen im 14. Jahrhundert bemühte man sich, die Schußkapazität zu erhöhen und versah deshalb die Waffen mit mehreren Läufen. Damals besaßen diese noch keinen eigenen Anzündmechanismus, sondern wurden mittels händisch geführter Lunte oder einem glühenden Stahlstab gezündet. Mit der Entwicklung der Anzündmechanismen benötigte jeder Lauf ein eigenes Schloß, so daß man sich letztendlich auf doppelläufige Konstruktionen beschränkte, um die Waffen in moderaten Dimensionen zu halten. Abhilfe schufen hier die Erfindung des Wenders und des Revolvers, bei welchen mehrere Läufe oder sogar eine Trommel von einem Schloß bedient werden.

  Wender sind nicht gleich Revolver. An dieser Stelle erscheint es angebracht, auf die Unterschiede dieser Systeme hinzuweisen. Unter einem Revolver versteht man eine Waffe, bei welcher der Munitionstransport in die Anzündposition durch eine Drehbewegung erfolgt. Handelt es sich um ein rotierendes Laufbündel, sprechen wir von einem Bündelrevolver. Besitzt die Waffe hingegen einen fixen Lauf und die Munition befindet sich in einer drehbaren Trommel, heißt das Gerät Trommelrevolver. ...

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 06 ab Seite 388 

Die RWM-Depesche 06 können Sie im RWM-Kiosk bestellen.


China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.
Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.