RWM-Depesche.de
- Anzeige -

Zeige Deinen Freunden, daß es Dir gefällt!

FacebookTwitterGoogle BookmarksLinkedinPinterest

Herzberger Gewehre für das Herzogtum NassauNassau kaufte seine Infanteriegewehre im Ausland, so auch im Königreich Preußen. Lesen Sie, wie sich die Handelsbeziehungen und die Waffentechnik zwischen 1815 und 1866 entwickelten.

Von Hartmann Hedtrich

Nach dem Wiener Kongreß 1815 wurde das junge Herzogtum Nassau Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes. Nach der Bundeskriegsverfassung vom 9. April 1821 wurde die Nassauische Brigade der 2. Division des IX. Bundeskorps zugeteilt. Das Kontingent betrug nach der Bundesmatrikel 3028 Mann, berechnete sich jedoch, da ihm wegen seiner verhältnismäßig geringen Pferdezucht die Aufstellung der Kavallerie erlassen wurde, durch vermehrte Infanterie und Artillerie in Wirklichkeit auf 3718 Mann Infanterie, 287 Mann Artillerie und 30 Pioniere. In Wiesbaden wurde eine Kompanie Artillerie und ein Pionier-Detachement mit einem Offizier und 29 Mann errichtet. Die Infanterie bestand nun aus zwei Regimentern zu zwei Bataillonen mit je sechs Kompanien. Als Bewaffnung dienten französische Steinschloßgewehre mit Bajonett und Säbel.

Die Königlich Preußischen Gewehrfabrik Saarn lieferte Gewehre. Als in den Jahren 1828 bis 1830 die alten französischen Steinschloßgewehre ausgesondert werden mußten, verhandelte die Herzogliche Zeug­hausdirektion mit dem Unternehmer Trenelle über die Lieferung von 3000 neuen Gewehren. Dem aus Lüttich eingewanderten Gewehrfabrikant Silvestre Trenelle war die Verwaltung der 1815 gegründeten preußischen Gewehrfabrik Saarn übertragen worden. Gemäß Vertrag lieferte Saarn in Jahr 1828 für das Zeughaus in Wiesbaden 2122 neue Gewehre und 1830 nochmals 1200. Ob es sich bei den gelieferten Gewehren um das preußische M 1809/12 oder das französische M 1777 handelte, war nicht vermerkt. Es ist eher unwahrscheinlich, daß preußische Gewehre M1809 geliefert wurden, da die Gewehrfabrik Saarn jährlich 5000 Gewehre an Preußen liefern mußte und hiervon bestimmt nichts abgezweigt werden durfte. Vielmehr handelte es sich wohl um überzählige Bestände aus der Produktion von Gewehren, welche aus erbeuteten französischen Gewehrteilen bis in die 1820er Jahre in der Gewehrfabrik hergestellt wurden. Dies wird auch durch eine Meldung in der Allgemeinen Militärzeitung aus dem Jahre 1830 (Nr. 62, Seite 494) bestätigt. Dort wird in einem Bericht über Versuche in Wiesbaden zur optimalen Ladung der Infanteriegewehre unter anderem ausgeführt: „Man brauchte (für die Versuche) neue Gewehre von dem Modell der französischen Voltigeurgewehre, weil dieses Modell dem herzoglich nassauischen Dienst eingeführt ist und kürzlich eine Anschaffung nach demselben für die ganze Brigade stattgefunden hat.“ Es handelte sich also um das französische ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 16 auf den Seiten 1108 bis 1117. 

Die RWM-Depesche 16 können Sie im RWM-Kiosk online durchblättern und bestellen.

logo-im-rwm-kiosk 200