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Beeinflussen Antidepresiva das Verhalten derart, daß es zu Aggressionen kommen kann? Diese Frage wird im Augenblick verstärkt gestellt. Im Prozeß um eine tödliche Messerstecherei ist sie von Bedeutung.

In Wiesbaden wird derzeit ein Fall verhandelt, in dem ein 32 Jahre alter Mann einen Nachbarn erstochen haben soll. Nachdem eine Einparkkarambolage bereits von der Polizei aufgenommen worden war, soll der Mann den Vater der Nachbarsfamilie getötet haben. Der Verteidiger des Angeklagten führt zu dessen Entlastung an, sein Mandant nehme seit Jahren Antidepressiva ein.

Der Wiesbadener Kurier berichtet in seiner Druckausgabe vom 10. April 2013 über den Prozeß.

Ein vom Gericht  zugezogener Gutacher sah keinen Zusammenhang zwischen Psychopharmaka und der Aggressivität des mutmaßlichen Täters, erwähnte aber, daß "die Hersteller" auf Beipackzetteln inzwischen von "gelegentlichem aggressiven Verhalten" sprächen. Ein weiterer Gutacher schloß eine "Antriebssteuerung durch die Medikamente" (Kurier) nicht aus.

Der Ausgang dieses Verfahrens kann auch für die Bewertung von Morden mit Schußwaffen, die in den Medien oft "Amokläufe" genannt werden, von Bedeutung sein. Hier wurde in der Vergangenheit meist nur das Tatmittel Waffe in den Mittelpunkt gestellt, ohne den Auslöser für die Tat zu benennen.