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RWM 16 rußland zar alexander europa polen preußenMehr als ein Jahr lang dominierte Zar Alexander I. von Rußland 1813/14 die europäische Politik. Er zimmerte die Koalition gegen Napoleon und hielt sie bis zu dessen Sturz zusammen. Seine Pläne für ein unabhängiges, aber in Personalunion mit Rußland vereinigtes Polen isolierten den aufgeklärten Autokraten. Seine Idee der „Heiligen Allianz“, die Vision eines Tugendbundes der europäischen Souveräne, machte ihn lächerlich. Was aber strebte der Zar, den der Dichter Alexander S. Puschkin eine „Sphinx“ nannte, tatsächlich an?  

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm

Zu Beginn des Schicksalsjahres 1812 erschien die politische Bilanz Zar Alexanders I. nach zehnjähriger Regierungszeit alles andere als eindrucksvoll. Im Alter von nur 24 Jahren durch den Sturz und die Ermordung seines Vaters, Zar Paul I., auf den Thron gelangt, hatte der Enkel Katharinas der Großen seither in jeder Beziehung eine schwankende Politik betrieben. Zu durchgreifenden Reformen konnte sich der ehemalige Schüler des Schweizer Aufklärers Frédéric de la Harpe nie entschließen, während er auf der europäischen Bühne gleich zweimal empfindlich von Napoleon geschlagen worden war. Gegen die Umgarnungsversuche des Korsen in Tilsit 1807 und später 1808 in Erfurt wehrte sich der als Romantiker verschrieene Monarch erst dann, als Hof und Adel offen zu opponieren begannen und sich zudem die Kontinentalsperre mehr und mehr als verheerend für die russische Wirtschaft erwies.

Doch nach dem Untergang der „Grand Armée“ in den Schneewüsten Rußlands war der bis dahin so wankelmütige Alexander I. plötzlich der strahlende Held Europas. Kein Herrscher hatte bisher Napoleon im Felde widerstanden und den Mut aufgebracht, ...

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 16 auf den Seite 1090 bis 1095. 

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