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rwm-05-die-mysterioesen-m-rifle-enfields-made-in-usaDie Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika kaufte Anfang der 1860er Jahre Enfield-Gewehre. Das Pattern 1853 war auf der Höhe der Zeit. Bekannt sind die US-amerikanischen Enfields als "M-Rifle Musket". Wir zeigen, wie sie entstanden.

Von Andreas Schwalm und Klaus Hofmann

Bilder: Uwe Feuerbach

Mit dem Pattern 1853 verfügte die britische Armee über eine moderne Langwaffe. Um im Krimkrieg ausreichend Waffen zur Verfügung zu haben wandte sich die Regierung an US-amerkanische Hersteller. Sie sollten den Lieferengpaß der staatlichen Gewehrfabrik und der privaten Hersteller ausgleichen. Die in den Vereinigten Staaten von Amerika gefertigten P. 1853 sind als "Windsor" bekannt (vgl. RWM 03, S. 194ff.).

 Neben den "Windsor" entstanden in den Vereinigten Staaten auch andere Gewehre der britischen Bauart 1853, die „M-Rifle Muskets„. Sie wurden früher irrtümlich für eine konföderierte Fertigung gehalten. Dies rührt unter anderem daher, daß manche Exemplare einen Schaftstempel „WALTER WATSON (im Halbkreis)/FAYETT/VILLE/N.C.„aufweisen. In Fayetteville wurden tatsächlich Waffen für die Konföderierten produziert.

Es ist jedoch zweifelhaft, ob der Name des Büchsenmachers überhaupt während des Krieges angebracht wurde oder danach. Es könnte sich schlicht um Fälschungen handeln, um beim Verkauf wegen des Südstaatenbezugs Profit herauszuschlagen. Auch der „ETL„ Stempel mancher Exemplare gab zu Spekulationen Anlaß. Die Annahme besteht, daß die Abkürzung als E.T. Ligon, Demopolis, Alabama aufzulösen wäre.

Mittlerweile gilt allerdings als gesichert, daß die Waffe das Produkt der Firma John P. Moore, New York City ist. Das „M„ im Wappenschild auf dem Schloß steht für „Moore„. In der Sammlerwelt sind die Gewehre daher auch als "M-Rifles" bekannt. Es handelt sich zwar letztlich um eine US-amerikanische Fertigung. Dabei wurden aber nicht alle Teile im Land gefertigt, sondern die Waffen unter Verwendung importierter britischer Pattern-53-Teile zusammengebaut. Das unterscheidet die M-Rifles von den ausschließlich in den Vereinigten Staaten hergestellten "Windsor"-Enfields. ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 05 ab Seite 330

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China

 

China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.
Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.